Donnerstag, 4. August 2011

Schon wieder Dubai...

Ich vor 30 Sekunden am Flughafen Dubai!Entschuldigt die Webcam-Qualität!

Und jetzt sitze ich schon wieder in Dubai.Es ist 01:09 Ortszeit und ich bin müde. Obwohl eigentlich eher nicht.

Ein Jahr ist es nun fast her, dass ich hier saß und voll Vorfreude und Erwartung auf den Weiterflug nach Tanzania gewartet habe.

Und jetzt bin ich schon auf dem Rückweg nach Deutschland. Ich verwende bewusst nicht den Begriff Heimweg, weil sich das ein wenig schwieriger definieren lässt. Zanzibar ist für mich eine Heimat geworden auch wenn ich weiß, dass meine Wurzeln in Deutschland liegen, auf das ich mich auch schon freue.
Am Dienstag den 2. August habe ich bereits Zanzibar verlassen. Der Abschied war schwer und bedrückend doch auch voll Vorfreude wieder zurückzukehren. 

>>Zwei Seelen wohnen in meiner Brust<<. Ich habe -zumindest momentan- zwei zu Hause die ich nicht zusammen habe. Im Grunde fürchte ich mich ein wenig davor nicht damit zu Recht zu kommen. Nicht zu wissen wohin man eigentlich gehört oder eher, dass man nicht verstanden wird in Deutschland, weil so wenige dieselben oder ähnlichen Erfahrungen gemacht haben wie Ich. Aber im Moment ist die Vorfreude überwiegend. 

Als ich an der Reling der Fähre von Zanzibar nach Dar Es Salaam stand ich und sah wie Zanzibar, mit seinen Palmen, Minaretten und weißen Sandstränden am Horizont immer kleiner und blasser wurde um letztendlich ganz zu verschwinden da stellte sich mir  die Frage wie lange es am Horizont meines Bewusstseins wohl noch schimmern wird. Ich weiß es nicht! Jedoch blicke Ich auf ein Jahr geballter Erfahrungen, die ich auf keinen Fall hätte missen wollen, zurück. Ich habe mich entwickelt und mich verändert und unschätzbare Erfahrungen gesammelt. Um diese genauer zu beschreiben brauche ich jedoch erst einmal Zeit in Deutschland um ausreichend zu reflektieren.

Gestern, am Donnerstag, den 4. August, bin ich nun aus Dar Es Salaam, also aus Tanzania nach Dubai abgeflogen wo ich nun sitze und diesen Blog-Artikel schreibe. Was ich fühle? 

Ich weiß es nicht. Im Grunde denke ich gerade nur nach vorne und bin froh auf etwas Neues. Oder doch was Altes? Ich weiß es nicht! Zanzibar und Tanzania werden mir sehr fehlen doch weiß ich, dass es für mich nun Zeit ist zurückzukehren um später einmal zurückzukommen nach Tanzania. 

Was fest steht ist: Das Jahr hat mich ungemein geprägt und das Land, die Leute und die Kultur haben einen festen Platz in meinem Herz eingenommen. Und das wird auch so bleiben. Basi!

Sonntag, 24. Juli 2011

Mwaka Kogwa - Staub und Peitschen



In Gruppen wird um das Maisfeld gerannt.
Ich, ein Makunduchianer und Abdulli
Es ist der 20. Juli im Süden Zanzibars in Makunduchi. Das viertägige persische Neujahrsfest beginnt. Da in Makunduchi die ersten Shirazi-Siedler im 11. Und 12. Jahrhundert siedelten ist die Tradition des Festivals noch immer stark in der Lebensweise Zanzibar’s zweitgrößter Siedlung Makunduchi verankert. Während dem Festival, das heutzutage vielleicht am ehesten als eine Art Karneval bezeichnet werden kann, bei dem scheinbar jegliche Moral und jegliches muslimische Lebensweise über den Haufen geschmissen wird, wird gesoffen und quasi „freie Liebe“ im Gebüsch praktiziert. Doch beginnt das Fest mit einem traditionellen Kampf.
Die Sonne brennt, der Wind schweigt. Mengen von Touristen und Zanzibaris drängen sich um und auf einem brachen Maisfeld. Wir warten das etwas passiert.

Die Kampflinie.
Blut und Baobab =)
Dann endlich: Verschiedene Gruppen von Männern teils gehüllt in dicke Anoraks teils in T-Shirt, teils gekrönt mit abstrakten Vespa-Helmen teils barhäuptig aber alle bewaffnet mit harten grünen Palmwedel-Stielen sowie aus Palmfaser geflochtenen Geiseln, traben singend und johlend um das große Maisfeld. Sie machen sich warm, so scheint es. Oft singt einer an der Spitze vor und die anderen singen nach. Auf irgendwie eigentümliche Weise erinnert das an US-Soldaten beim Frühsport. Oder doch an Hutu-Milizen aus Rwanda? Sicher ist jedoch, dass es hier friedlich zu geht. Noch.
Frauenkompanien in ähnlicher Gruppenstärke wie die Männer, immer zu knapp zwanzigst, mischen sich dazu. In ihren buntschillernden Festtagsgewändern schieben sie sich Dampflokomotiven gleich und ebenfalls laut singend, stampfend und trällernd um das Maisfeld. 
Der Schlächter.

Der Kampf ist in vollem Gange!
Plötzlich ist es soweit worauf etliche Touristen an ihrem DSLR-Kamera Abzug nur gewartet haben. Die Männer gehen auf einander los! Es wird mit Kraft und Wucht auf sich eingeprügelt. Ein Peitschenhieb hier ein Palmwedel-Schlag da. Die Helme verrutschen schnell und die Gesichter sind bald schweißüberströmt. Plötzlich kommt die Menge, eine Mélange aus Kämpfern und Touristen, Peitsche und Photokamera, in Bewegung. Ich der durch den Sucher der Spiegelreflex nichts gesehen habe, komme ins Straucheln, als mich ein fliehender Makunduchianer anrempelt.  Nichts wie weg! Die Front zwischen den zwei Gruppen (das ist hypothetisch; Gruppen sind nämlich nicht zu erkennen) hat sich verschoben als sich die eine Seite plötzlich rund 20 Meter nach hinten abgesetzt hat. Die „Massenpanik“ hat sich schnell wieder beruhigt und schon drängen sich die weißen Touristen mit ihrem Hab und Gut wieder Richtung vorderste Front. Ich ganz vorne dabei. 

Das wird schmerzen.
Die Szenerie bekommt etwas Infernalisches. Roter Staub erhebt sich und lässt die Konturen der Masse am Ende des von Palmen umzingelten Feldes verschwinden. Beschuhte und unbeschuhte Füße schieben sich kräftig durch den erdigen Staub am Boden. Die Frauenkompanien marschieren immer noch. Ihr Getriller vermengt sich mit dem gleichmäßigen Schritt der wirklich den Boden erbeben lässt zu einem extasischem Rhythmus. Die Sonne sticht senkrecht auf das Getümmel. Der Staub juckt in der Nase und der Schweiß brennt in den Augen. Das Adrenalin glüht. So müssen sich Achilles, Ajax, Hektor und Paris und wie sie alle heißen, gefühlt haben als sie sich im Staube Trojas für Ruhm und Ehre bekriegten. Ich, dem die Sonne und die Sinne wohl zu Kopfe steigen,  verliere den Blick fürs wesentliche: Das Rattern der photographierenden Kameras und das Knallen der Palmpeitschen.

Standhaft bleiben.
Ein Kämpfer prescht an mir vorbei. Er trägt eine Hexenmaske und sieht aus wie der Sheitani (Teufel) höchstselbst. Ich wende mich ab. Doch sofort sehe ich mich einem großen muskulösen Mann mit einer Grizzly-Bärenmaske gegenüber stehen, dessen tiefes Bärengebrumm  ich mir wahrscheinlich nur im Nachhinein eingebildet habe. Er holt aus… Doch das galt wohl nicht mir. Den Schlag bekommt ein eher schmächtigerer Junge, der sein Gesicht mit einer Niqab verschleiert hat, ab. Ich muss an Vermummungsverbot denken.

Letztendlich ist das Feuer entfacht...
Die Menge schiebt sich vor und zurück. Trampelt alles nieder was noch grün ist. Wohin man auch sieht kämpfen teils  vereinzelte Zweikämpfer und teils ganze Kompanien gegeneinander. Überall knallt und prasselt es an Schlägen. 
Nach einer guten halben oder auch Dreiviertelstunde, mein Zeitgefühl muss mir im Schlachtengetümmel abhanden gekommen sein, geht die Schlacht in ein anderes Ereignis über:
...und die Frauen tanzen darum im Kreis.
Eine Gruppe von Dorfbewohner hat aus Palmwedeln und Ästen eine kleine Hütte gebaut, um die jetzt mit den Bewegungen eines heulenden Tornados ein Strudel von Frauen tanzt. Ein per Los gewählter  Mann, früher immer der „Bürgermeister“, so erzählt man mir, sitzt nun in der Hütte. Man zündet die Hütte an und der Mann muss so lange wie möglich im Inneren des „Scheiterhaufens“ aushalten. Sehen kann ich ihn jedoch nicht, zu viele Menschen drängen sich um das Haus und werden außerdem von Demo-Polizisten mit Schlagstöcken und  Tränengaswerfern im Anschlag bestimmt aber friedlich zurückgedrängt. 

 Was Achilles wohl dazu sagen würde?
Al-Sheitan.
Ich und Hassan vor dem Kampf noch sauber und unverstaubt.
Superman!

Montag, 27. Juni 2011

Zanzibar International FIlm Festival


(Quelle: http://www.ziff.or.tz/)
Gestern endete das neuntägige und bereits  vierzehnte  Zanzibar International Film Festival of the Dhow-Countries. Mit 71 Filmen, sämtlichen Liveband-Auftritten, Pressekonferenzen und Workshops sowie unübersichtlich viel anderem Rahmenprogrammnahm einen das ZIFF komplett in Anspruch.

In dem alten Kolonialbau und zeitweiligem Sultans-Palast House of Wonders (Beit-al-Ajab) sowie im Grand Palace Hotel und abends dann unter freiem Himmel im Amphitheater des von Portugiesen erbautem Old Fort wurde eine Vielzahl von Dokumentationen, Kurzfilmen und Spielfilmen gezeigt. Als Schwerpunkt waren dieses Jahr Filme aus dem Iran, Trinidad und Tobago und Australien zu Gast.

Besonderer Höhepunkt war, das die Produzenten Donall McCusker („The Hurt Locker“, 6 Academy Awards 2008) und Paul Miller sowie der renommierte Regisseur Nick Broomfield (Kurt & Courtney, Biggie & Tupac, Battle for Haditha) Workshops gaben, die eine einmalige Chance für ostafrikanische aber auch international angereiste Filmemacher bot.

Neben dem filmischen Programm gab es jeden Abend Live-Musik zu hören, wobei der Liveaufritt von Reggae und Dancehall Ikone Shaggy einen Ansturm von Besuchern auslöste der mit deutlichem Einsatz von Polizei zurückgedrängt wurde. Das dann zwischen durch die Technik ausfiel und für Verzögerung des Auftritts und Unmut unter den Artisten auf der Bühne auslöste war nur kennzeichnend für das ganze Festival.

Veranstaltungsplätze wurden geändert ohne dies mitzuteilen, die zuständige Information wurde mit Fehlinformationen gefüttert, die Festivaltickets sowie die dazugehörigen T-Shirts kamen erst im Laufe des Festivals an, Filme wurden unterbrochen, ausgelassen oder nicht aufgelistet, das Festivalprogrammheft war mit unzähligen grammatikalischen und etlichen inhaltlichen Fehlern gespickt. Doch was dem Ganzen die Krone aufsetzt, ist das während dem Eröffnungsfilm „Making the Band“ aus Kanada und Uganda  in Stone Town der Strom ausfiel (was normal und einkalkulierbar ist) und die Ersatzgeneratoren erst nach gut einer Dreiviertelstunde wieder ansprangen. Dieses Malheure war mehr als peinlich schließlich sind in Zanzibar landesweite Stromausfälle an der Tagesordnung und gehören einkalkuliert. Beispielsweise waren bei dem internationalen Musik Festival Sauti Za Busara im Februar Stromausfälle nie ein wirkliches Problem.

Wo die sämtlichen Probleme liegen bleibt jedoch für mich im Dunkeln, wie Stone Town bei Stromausfall. Doch auch wenn der Direktor des Festivals Martin Mhando eine sehr sympathische Persönlichkeit ist so hat sein Nachfolger doch einiges zu verbessern um dem Ruf des Festivals der Dhow Countries gerecht zu werden.

Nichtsdestotrotz waren die neun Tage ein aufregende und höchst inspirierende Zeit. Die Einfachheit mit internationalen und lokalen Größen in Kontakt zu treten, zu diskutieren und Kontakte zu knüpfen sind ein enormer Bonus für das Zanzibar International Film Festival. Keine Arroganz und viele Workshops, Foren und Diskussionen mit erprobten Filmemachern ermöglichten ein Programm, das lokale Filmemachern eine Plattform und Fortbildung ermöglichten, was sicher der Hauptbonus an diesem Festival ist. Im Allgemeinen herrschte trotz  der vielen Versäumnisse und Fehlern eine höchst entspannte und gute Stimmung die nur noch das gute Wetter und die wunderschönen Veranstaltungsorte des Festival mit ihrem maritim-arabischen Flair toppen konnten.

Als besonderer Höhepunkt lässt sich die Dokumentation „Journey to the State House – Life of Maalim Seif Shariff Hamad“ von Javed Jafferji über den Vizepräsidenten Zanzibars und die nahezu legendären Wahlen in Zanzibar im Oktober 2010 dokumentiert. Da hier der porträtierte Vizepräsident Seif Shariff Hamad zu Gast war, wehte mit dem roten Teppich, der einmarschierenden Leibgarde sowie dem Blitzlichtgewitter um Seif’s schillernden Mercedes ein Hauch vom pompösen Glanz der großen Filmfestivals in das Amphitheater des Old Forts. Während des Films dann entstand eine familiäre Atmosphäre. Sobald die Zanzibaris etwas ihnen bekanntes oder etwas persönliches Seifs (meist bei Kinderfotos seinerseits oder bei seiner Frau) gezeigt wurde, begannen sie laut zu klatschen und riefen Kommentare in die Menge, die nur noch mehr Gelächter hervorriefen.  Ein einzigartiger Moment.

Ein besonderer Dank sollte Donall McCusker, Paul Miller, Danny Schechter, Daonald Ranvaud und besonders Nick Broomfild gelten, die mit ihrer Gegenwart das Festival beehrten und sich eine Woche lang den etlichen Fragen von Journalisten und Filmemachern stellten und trotz der uneuropäischen Organisation nie die Laune verloren. Auch nicht als Nick Broomfield, mehrmals mit seiner „Klasse“ hinundher rennen musste, bis man endlich einen Raum für sein Forum gefunden hatte. Dankeschön.

Am Sonntag den 26. Juni endete das Festival mit einem weiteren Höhepunkt und zwar einem Thementag, der nur Bongo-Filme (tansanischer Spielfilm)zeigte und so den Zanzibaris eine Tag schenkte an dem sie sich nicht mit Untertiteln oder Übersetzungen rumschlagen mussten und der ihre Themen behandelte. Der Auftritt der tansanischen Filmszene besonders der des Drehbuchschreibers, Regisseurs und Schauspielers Steven Kanumba lockte ein weiteres Mal nach der Dokumentation über Vizepräsident Seif Shariff Hamad eine große Masse an Zanzibaris in das Amphitheater. Außerdem soll der Film „Glamour“ von Amitabh Aurora und Javed Jafferji erwähnt sein der erstmalig eine sansibarische Produktion ist und mit der Darstellung des  verkommenen und brutalen Modelgeschäfts meiner Meinung nach einen filmischen Meilenstein im tansanischen Spielfilm setzte. Auch wenn sich die Jury des Preises für den besten tansanischen Film  für „Ray of Hope“ entschied.

Dienstag, 7. Juni 2011

Nairobi - Kunst und Kultur


Die Sonne geht unter über Nairobis Uptown. Bild: Daniel Koßmann


9 Tage Kenia liegen hinter mir. Warum Kenia? Einerseits wollte ich Freunde treffen und andererseits bin ich auf der Suche nach Praktikumsplätzen in der aufstrebenden kenianischen Filmindustrie gewesen.
Doch erzählen möchte ich von Kenias Hauptstadt Nairobi:

Crowded!
Mit seinen über 2,75 Millionen Einwohner war Nairobi wie ein Schock. Ein Explosion von Eindrücken und ein Aufbegehren der Sinne. Mit seinem urbanem Flair der Hochhäusern, der Downtown, der Polizeisirenen und der Anonymität der Masse versetzt es einen Jungen (Ich) vom Land (Zanzibar) in Staunen. Ähnlich muss sich ein mittelalterlicher Bauer vom Land gefühlt haben, als er sich im Schatten einer außerirdischen Kathedrale wiederfand. 
Uptown Nairobi. Bild: Sophie Tritschler

Anders als Dar Es Salaam oder auch Kigali, den Hauptstädten von Tanzania und Rwanda, weist Nairobi weitausgrößere Straßenschluchten, breite Gehwege und Einkaufsladen auf. Hier quellen die Gehwege über vor Menschen in Businessanzügen. Hier reiht sich Geschäft an Geschäft, und Auto an Auto. Hier findet man Buchläden mit kritischer Literatur (und Leute die das auch lesen). Schaut man an den Hochhäusern hinauf so schwindelt es einen, schaut man hinab, weiß man nicht auf was man seinen Blick richten soll. Zu viele Eindrücke. Auch Militär und Polizei tritt eher selten in Erscheinung.

Sieht doch aus wie ein Maiskolben, oder?
Nairobi ist anonym und englisch! Auch wenn Kiswahili mit Englisch zusammen Landessprache ist, spricht man ab der gehobenen Mittelklasse oft Englisch. Versuchte ich auf Kiswahili, dessen im Grunde alle Kenianer fähig sind, Essen zu bestellen oder eine Busfahrt zu bezahlen stieß ich auf fragende Blicke. >>Was hat der gesagt?<< Genervt musste ich in den meisten Fällen auf Englisch mein Anliegen wiederholen. Sei es weil man von mir nicht erwartet, dass ich Kiswahili spreche oder weil man mein Kiswahili nicht versteht (sehr viele Kenianer versicherten mir, dass mein Kiswahili besser als ihres sei, was natürlich nicht ganz stimmt). Und dann staunte man auch noch die ganze Zeit, wenn ich jemand begrüßte oder höflich ansprach, wie ich es auf dem hierarchischen und höflichen Zanzibar gelernt habe. Nairobi ist anonym! >>Hey, man was willst du warum sprichst du mich an!<<

Reclaim Your City!
Doch das eigentlich interessante an Nairobi: Hier tummelt sich Ostafrikas Kulturszene. Ob Theater, Kino, Bildende Kunst, Musik, Graffiti, Skateboard-Gangs  es scheint alles vertreten zu sein was das Herz begehrt. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus. Mit offenem Mund taumelte ich durch die Schluchten und Canyons Nairobis auf der Suche nach dem nächsten Graffiti-Tag, dem nächsten Graffiti dem nächsten Plakat für ein Konzert, eine Ausstellung oder ähnliches. Ich will nicht übertreiben natürlich ist Nairobi nicht New York, Berlin oder London, doch im Vergleich zu  Tanzania und Zanzibar ist es die Metropole schlecht hin. Und das ist dem Nairobianer auch bewusst. So hieß es in dem Theaterstück(!) „Men Are From Kenya Women Are From Pluto“ auf die Frage eines über ihre Hausaufgaben gebeugten  kleinen Mädchens an ihren Vater >>Dad, what is metropolitan?<< als Antwort >>Write: Nairobi!<<

Wenn hinter der Skyline die goldene Sonne untergeht und die Wolkenkratzer das emsige Gewusel Nairobis‘ Schützlinge  in lange Schatten taucht, dann wird es lebendig und auch gefährlich. Lebendig wenn  in der Alliance Française sich der Vorhang für Churchills (beliebter kenianischer Comedian) neues Theaterstück „Men Are From Kenya Women Are From Pluto“  hebt. Lebendig wenn im Goethe Institut zur Finissage einer Videokunstaustellung namens „Kudishnayo“ die kenianische Elektro-Funk Combo „Just A Band“ auflegt. Und lebendig wenn die vielen Bars und Clubs mit internationalen und ostafrikanischen Beats ihre Gäste in Wallungen bringen. 
Die Skyline Nairobis und Ich. Bild: Daniel Koßmann

Coca Cola's verzerrte Realität.
Beeindruckend ist des Weiteren die Bildung und die Offenheit vieler Leute, die ich getroffen habe. Ich konnte Themen anschneiden, ja diskutieren bei deren bloßen Einleitung meine sansibarischen Freunde schon hätten abschalten müssen. Austausch und Lernen auf einer Ebene. Nairobis Kultur züchtet sich selbst heran. Ich glaube, dass man Einfluss und Anreiz braucht um sich künstlerisch entwickeln zu können. Ohne Anreiz  (siehe Tanzania) keine Entwicklung. Doch in Nairobi wächst eine eigene Kulturszene heran. Die vom gegenseitigen Austausch und Ansporn zu leben scheint. So entstehen Projekte wie BLNRB – eine Musikalbum von Berlinern und nairobischen Musikern. So entstehen Co-Produktionen zwischen Kenianischen Filmemachern (GingerInk.TV) und dem deutschen berühmten Regisseur Tom Tykwer (Lola Rennt, Das Parfum, The International) die in Projekten wie „Soul Boy“  ufern. 

Und wenn dann die Sonne aufgeht und man sich noch eine Portion Chips (Pommes Frites) holt, die anders als sonst immer in Tanzania, nicht aus echten Kartoffelstücken sondern aus ekligen Pommes aus der Tüte wie im McDonalds besteht, dann kann man mit der Frühschicht nach Hause fahren und beglückt einschlafen und sich auf das nächste Kulturevent freuen. >>War morgen nicht das europäische Filmfestival in der Alliance Française?<<
Unterwegs mit Sophie aus Rwanda...
...und Daniel aus Nairobi. Einfach ne gute Zeit!
verschlafen aus dem Nachtbus (Mombasa-Nairobi) raus
und frierend auf den nächsten Bus warten. Bild: Sophie T.
Wer mehr über Nairobi wissen will schaut auf Daniels Blog . Hier gibt es auch eine Sammlung an Streetart- und Kunst-Fotos!

Donnerstag, 5. Mai 2011

Noch 90 Tage… der Countdown läuft

mein geliebtes Stone Town von oben

Echt verrückt jetzt sind einfach schon drei Viertel meines Aufenthalts hier vorüber und in rund drei Monaten in genau 90 Tagen fliege ich wieder ab gen Europa. Wie schnell die Zeit vergeht.

Wie ich mich jetzt fühle ist jedoch schwer zu sagen. Zanzibar ist für mich mein neues Zuhause geworden. Ich fühle mich wohl in meiner kleinen Gastfamilie, Leute in der Stadt kennen und respektieren mich, ich bin mit meiner Arbeit zufrieden und Kultur und Essen sind in großen Teilen übernommen. Auch beherrsche ich Kiswahili ausreichend genug um mich zu verständigen, auch wenn ich mit einem kleinen bisschen Lernen sicher um Welten besser sprechen könnte – aber die alte Faulheit ist zu stark. Naja, es geht auch so.
Chris und Ich zufrieden über den Dächern von Stone Town
Trotz alledem merke ich in letzter Zeit, wie ich mich wieder auf ein westliches Umfeld freue und wie das Verlangen danach größer wird. Sich ohne Verständnisprobleme durch den Alltag zu bewegen, in der Masse zu verschwinden und nicht andauernd rassistischen Kommentaren meiner Hautfarbe wegen ausgesetzt zu sein, einfach mal wieder italienische Küche essen und Kultur wie Theater und Kino genießen und tiefgründige Gespräche führen sind Dinge die mir doch immer mehr fehlen. Und düsteres graues Regenwetter bei dem die Welt ihre Farbe verliert und nur noch trostlos grau ist. Das fehlt mir verrückter Weise auch.  Leiden auf hohem Niveau. Das könnte man sagen, habe ich doch hier nahezu immer gutes Wetter und wenn ich wollte könnte ich mich jedes Wochenende an die schönsten „bepalmten“ Sandstrände überhaupt legen aber so ein kaltes Gewitter hat auch seine schöne Seiten.

Wie auch immer.  Der Countdown läuft und ich muss langsam mal überlegen was ich hier noch machen und was ich noch an Erfahrungen mitnehmen möchte. Auf jeden Fall reise ich, eine Woche früher als die meisten Anderen meiner Organisation, am 3. August ab und fliege über Dubai nach Hamburg um mit zwei anderen Freiwilligen meiner Organisation auf dem Vorbereitungsseminar unserer Nachfolger einen Schuss Erfahrung und aktuelle Informationen zu liefern. Eine sehr gute Einrichtung der DTP außerdem, da so einer nachhaltigen Entwicklung der Projekte unter die Arme gegriffen wird.  Dann nach ein paar Tagen auf dem Seminar geht es endlich zurück nach Hause - in das andere Zuhause meine Ich eben. Ich glaube es wird sehr schwer. Ich werde Zanzibar sehr vermissen.Zwei Seelen wohnen in meiner Brust.

Ich bin gespannt – das wird sicher eine schockierende Erfahrung wieder nach Hause zu kommen. Re-entry shock nennt man das…… Aber bis dahin bleiben ja auch noch der Monate.

Samstag, 9. April 2011

On The Far Side Of East Africa...

Hermes, der Goetterbote., oder so aehnlich.




Ja , es klingt so als ob ich nur Reisen würde. Aber in letzter Zeit gab es nicht allzu viel Neues aus unserem Projekt zu berichten, weshalb jetzt direkt auf meinen letzten Reisebericht ein neuer folgt.
Es ist der 13.3.2011 und ich stehe am Flughafen in Dar Es Salaam auf dem Tansanischen Festland um meinen besten Freund Niki in Empfang zu nehmen, der von Berlin über Frankfurt, Addis Abeba nach Dar Es Salaam geflogen ist. 

Zwei Wochen liegen vor uns in denen wir uns vorgenommen haben, die Weite Tansanias zu durchqueren um nach Ruanda zu gelangen. Eine weite Reise. Und eine ungeplante Reise.
Einerseits wusste ich zuerst eine Woche vorher überhaupt Bescheid ob Niki kommt und andererseits ist es nahezu unmöglich hier ein Reise wirklich zu planen und außerdem war mir das sowieso zu viel Stress. 
Da lang!

Also ging es am nächsten Morgen (Montag der 14.3.)um 6 Uhr mit einem Bus von Mohammed Trans über Morogoro und die tansanische Hauptstadt Dodoma nach Singida in Zentral-Tansania.
In Singida wurden wir auch schon erwartet von einer anderen Freiwilligen namens Lara die ich auf Sanisbar früher kennengelernt hatte. Die Nacht verbrachten wir bei einem Priester und dem Mentor von anderen Freiwilligen, der sein Wohnzimmer (mit X-Box eines Freiwilligen ausgestattet) mit Unmengen von schrecklich kitschigen Heiligenbildern in grellen Farben tapeziert hatte. Besonders stach ein „Schrein“ aus einer Styropor Verpackung mit einer goldenen Plastik-Weihnachts-Girlande umrandet hervor, der in seinem Inneren ein Bildnis Jesu beherbergte.
Am nächsten Tag besichtigten wir darauf mit Lara große granitene Felsformationen die überall in der Landschaft um Singida wie aus dem All herabgefallene Findlinge bizarre „Steinhaufen“ bilden. Auf eine am salzenen Lake Singida liegende Formation kletterten wir also hinauf und genossen die Aussicht und sonnten uns. 

Keine gute Idee – das Sonnen. Auch wenn unfreiwillig zogen wir uns all drei anschauliche Sonnenbrände zu. Besonders Niki der aus der sonnengemiedenen und kalten Nordhalbkugel zu uns kam, hatte noch eine lange Zeit mit seiner sich schälenden Nase zu kämpfen. 


Wie ging das nochmal mit der Schule..?
 Am Abend ging es dann weiter nach Iguguno, einem kleinen Ort in dem Lara mit einer weiteren Freiwilligen namens Claudia in einer halbmuslimisch halbchristlichen Gastfamilie lebt. Nach einem köstlichen Abendessen und einer Nacht mit sintflutartigem Regen (es ist gerade Regenzeit in Tansania) ging es dann am nächsten Morgen mit in den Englisch Unterricht von Claudia. Nein, nicht sie bekommt Unterricht sondern sie unterrichtet. Und zwar 100 Kinder. 

Als wir in die Klasse kamen und Claudia fragte neben wen sich den die zwei Weißen setzen könnten stachen Unmengen von in blaue Schuluniformen gehüllte Kinderarme in die Luft. Also saßen wir die nächste Unterrichtsstunde auf zu kleinen Bänken in einer zu vollen Klasse und  l e r n t e n  sogar was. Nämlich ein par Sachen über das englische Passiv , die ich schon wieder halb vergessen hatte. Ob jedoch der Rest auch soviel lernte bleibt fraglich. Nach dem Pausengong unternahmen wir einen kurzen obligatorischen Besuch beim Headmaster (-Autoritäten wahren-) , der zu meiner großen Ablenkung von unserem Gespräch, ein Poster mit dem Titel „African Leaders“ über seinem Schreibtisch prangen hatte, das sämtlich Staatschefs Afrikas auch solche prähistorischen wie Mubarak, Ben Ali aber auch „Oberst Gaddafi“ (zukünftig prähistorisch) ablichtete und in mir das heimliche Verlangen erweckte einen Rotstift zu nehmen und wie auf ehemaligen RAF-Plakaten dicke fette rote Kreuze über so manches  Gesichter zu ziehen.  


Warten und nochmals warten auf den Bus...
 Nach diesem wirklich interessantem Schulbesuch (Morgenappel mit Nationalhymne und einer kleinere Prügelstrafe inbegriffen) machten wir uns auch schon auf den Weg unseren nächsten Bus in Singida zu erwischen. 

Zwar stand auf unseren Tickets 11:30 reporting time und angeblich 14:00 Abfahrt doch wir mussten noch bis halb fünf am Busbahnhof rumgammeln bis ein lilafarbiger und gammeliger Bus vor uns zum Halten kam. Taqwa, 36 Stunden von Dar Es Salaam über Singida (unteranderem) nach Kigali der Hauptstadt Ruandas. 

Oh mein Gott, die Unendlich Reise begann. Doch wir hatten Glück und unsere Reise wurde versüßt da im Bus zwei (weibliche) deutsche Freiwillige saßen mit denen wir auch schnell ins Gespräch kamen. 

So hier kommt jetzt ein Einschub: Tansania ist ein präferiertes Einsatzland für deutsche Weltwärts-Freiwillige. Es sind ca. um die 300 langfristig im Land bleibende Freiwillige (also wie ich) in Tansania. In Ruanda dem kleinen Nachbarland Tansanias noch dazu um die 50 weitere. Das heißt, das nahezu Jeder Jeden kennt. Einschub Ende.

Mit Sophie und Ronja hatten wir nahezu unmögliche Reiseübereinstimmungen. Ich kam mir schon fast vor wie Faber im Roman „Homo Faber“ von Max Frisch der auf seiner halben Weltreise von einem in den anderen Zufall gerät. Die Welt ist klein. Noch kleiner die Freiwilligen Community in Ost-Afrika. Wie gesagt waren wir auf dem Weg nach Ruanda um dort zwei Mädchen zu treffen, die ich im Dezember in Zanzibar kennengelernt hatte. Jella und Sarah wollten wir in Gisenji am Kivusee treffen, wo sie gerade zu Besuch bei anderen Freiwilligen waren. Wie sich herausstellte waren die zwei Freiwillige die wir im Bus kennenlernten niemand geringeres als die Bewohner eines Hauses in Gisenji am Kivu-See bei deren zwei anderen Mitbewohnern gerade Jella und Sarah zu Besuch waren. Kurz um, wir trafen auf unsere Gastgeberinnen für die nächsten Tage irgendwo in Zentral Tansania einen Tag von Kigali entfernt und rafften zuerst garnicht wer der jeweils andere war und das wir die nächsten Tage mit einander verbringen würden. Zufall! 

Die Nacht verbrachten wir nach rund 6 Stunden Fahrt  auf ungemütlichen Bussitzen im nicht nennenswerten Transitstädtchen Kahama , wo der Bus die Nacht parkte , da es auf der noch folgenden Strecke in letzter Zeit vermehrt zu brutalen nächtlichen Überfällen auf Reisebussen gekommen war. 


Wir auf der Grenzbruecke zwischen Tansania und Ruanda.
Hintergrund: Wasserfall.
 Gegen mittags des nächsten Tages (Donnerstag) erreichten wir endlich die ruandische Grenze. Wie ein kleines Kind freute ich mich endlich Ruanda zu betreten, da ich diesen Entschluss schon viele Monate vorher gefasst hatte.  Warum Ruanda? Erstmal sagen viele Ruanda sei das schönste Land Afrikas und zweitens interessierte mich besonders wie eine Gesellschaft die noch 1994 ein unbeschreiblichen Genozid erlebte in dem in rund 100 Tagen circa eine millionen Menschen in ermordet wurden sich heutzutage verhält und wie es sich in Ruanda mit der boomenden Gesellschaft die sich zu einer Dienstleistungsgesellschaft entwickelt verhält. Und jetzt stand ich auf der Brücke die über einem tobendem rotbraunem Wasserfall schwebt und die Verbindung zwischen Tansania und Ruanda ist. Auf nach Ruanda. Noch ein paar Stempel im Pass und weiter geht’s!


Kigali, die Hauptstadt Ruandas.
 In Kigali angekommen, schnappte sich jeder ein Motorrad-Taxi und wir fuhren den Steilen Berghang Kigalis zu seiner Kuppe und seiner „Downtown“ hinauf. Kigali (ca. 1654 m. ü. M.), dass mich mit seinen steilen und sauberen Straßen an San Francisco erinnerte forderte jedoch sofort sein erstes Opfer. Und zwar meine rechte Wade die ich mir nach meinem ersten Motorrad-Ride beim Absteigen am Auspuff verbrannte. 

Über die Nacht kamen wir bei Carli (wiederum ein Freiwilliger den ich in Zanzibar kennengelernt hatte)in einer sehr lebhaften 4 Männer WG unter um dann am nächsten Morgen wieder aufzubrechen um uns die Genozid-Gedenkstätte in Kigali anzusehen, die Mehre tausend Tote beherbergt und ein sehr bewegendes und innovatives Museum hat. 

Noch am selben Tag ging es durch die hügelig bis bergige Landschaft  Ruandas weiter Richtung Gisenji , der Grenzstadt zum Kongo. 

Ueber dem Kongo geht die Sonne unter.


Dort wurden wir herzlich willkommen geheißen in einer WG die aus allen Nähten zu platzen schien. Das normalerweise von 4 Leuten bewohnte Haus am Kivu-See beherbergte bereits zwei Gäste aus Deutschland einen Australischen Backpacker und nun uns zwei. Hier verbrachten wir die nächsten Tage. Und wollten uns eigentlich immer aufraffen weiter zu ziehen doch die Landschaft, die 4 Mädels und (zumindest für mich) das westliche Ambiente schob unsere Reise immer weiter hinaus. 

Das Haus am See. The place to be!
Das Haus am See. Eine kleine Residenz wie sie für Freiwillige definitiv nicht üblich ist. Mit schönem kleinen Garten und einer Grundstücksgrenze die direkt an den See grenzt, so das man direkt in den See steigen kann, war wie der Inbegriff eines Traums am Ende meines Horizontes. Schließlich waren auf der anderen Seite des Sees dunkle Gebirge zu erkennen hinter denen entweder die Sonne unterging oder über denen ein Gewitter tobte die Grenzmarken der „Demokratischen“ Republik Kongo, von dem man nahezu nur Schlechtes hört und für den wir ein absolutes Einreiseverbot haben.

In meinen naiven Gedanken stand ich also am Ende der Welt wie ich sie kenne, was so banal es auch klingt etwas Existenzielles hatte aber auch einen gewissen Reiz auslöste die Grenze zu überschreiten. Aber ich will keine Elends-Safari machen nur um einen Stempel im Pass vorzeigen zu können, der verkündet das ich auch wieder ausgereist bin. Das wäre doch zu obszön. Doch der Reiz war da.

Ahoi! Auf dem Kivu-See. Ich auf Ausschau nach
einem Methan-Blowout!
In Gisenji besichtigten wir heiße Quellen, wanderten die wunderschöne grüne Küste entlang, machten einen Ausflug nach Ruhengeri (da starten die berühmten Gorilla-Safaris die kein Schwein bezahlen kann) wunderten uns über eine Brauerei die für ganz Ruanda nahezu alle Getränke herstellt (Guinness (!), Heineken, alle drei ruandischen Biere, und sämtliche Cola-Produkte) und zwar alles in einer Brauerei und wir paddelten ein paar mal mit einem Einbaum auf dem See herum.

Besonders lustig war als wir samstags feiern waren und wir auf dem Rückweg dann mit neun (!) Motorrad-Taxis nach Hause rasten und ich mir vorkam wie auf Betriebsausflug der Hells-Angels Ruanda als sich unsere Fahrer gegenseitig die steile und kurvige Küsten-Straße hinauf jagten. Ja Mama, ich habe es überlebt. 

Der Kivu-See kurz vor einem Gewitter.
Nach einem sehr schweren Abschied ging es dann am Mittwoch den 23.3 über Kigali wieder Richtung Tansania. Nach einer Reise von zwei Tagen mit Übernachtung in Kahama weil wir den Anschlussbus um eine halbe Stunde verpasst hatten, ging es weiter nach Mwanza. 

Mwanza. Im Hintergrund der riesige (Bilharziose-verseuchte) Victoriasee.
In Mwanza der zweitgrößten Stadt Tansanias am legendären Victoriasee aus dem sich unteranderem auch der Nil speist wurden wir von Till und Kornelius erwartet, die mit mir als DTP-Freiwillige in Tansania sind und für einen Solarladen arbeiten, der zu meinem Erstaunen ein wahnsinniges Verkaufsvolumen hat, von dem aus sie unterschiedliche Projekte starten.

Eine kleine Stadttour  später, bei der es nicht besonders viel zu sehen gab außer einer Felsformation im Lake Victoria die nach Otto von Bismarck „Bismarck Rock“ heißen und einen Hauch von sonst vergessener deutscher Kolonialgeschichte aufsteigen lassen, aßen wir noch eine Pizza und fuhren zu Till und Kornelius‘ Container. Ja, genau: Container. Die zwei – auch wenn sie am See wohnen- haben kein Haus am See sondern lediglich zwei zusammengestellte Container mit Küche und Bad. Eigentlich ziemlich cool, aber schon lustig. 8 Mile of Mwanza! 

Abends in einer Bar am See gab es dann noch ein mystisches Spektakel zu sehen. Der ganze See funkelte. Überall auf der Oberfläche glühten kleine Sterne, die sich nach Erklärung der zwei als Fischerboote herausstellten. Im Victoriasee wird ein kleiner Fisch – Dagaa – gefangen und um diesen anzulocken benutzen die Fischer Kerosinlampen die nachts auf dem See funkeln. Außerdem ist ein Projekt der zwei die teuren und gefährlichen Kerosinlampen der Fischer durch Solarlampen zu ersetzen.


Der Horror - Coach
 Am Samstagmorgen mussten wir mal wieder um 4 Uhr morgens raus um unseren Bus zu unserem letzten Etappenziel Arusha zu bekommen. Eigentlich wollten wir einen Bus durch die Serengeti nehmen doch wir fanden keinen Busanbieter in Arusha weil viele meinten in der Regenzeit fahren sie nicht durch die Serengeti wegen zu schlammigen Pisten. Also dann eben nicht. Außerdem sparten wir uns damit die teuren 50 $ Parkgebühr pro Kopf die sich bei einem einfachen Durchqueren durch den Park ohne Anzuhalten wohl nur bedingt gelohnt hätten. Also ging unsere Route jetzt durch den Süden um die großen Gameparks herum. 

Es folgte die schrecklichste Busfahrt meines Lebens! Wollte ich mich beim Mittagsstop in Singida noch beim Busfahrer beschweren, da er mit kaum verringerter Geschwindigkeit über jeden Speedbump raste der ihm unter die Achsen kam und uns zwei , die wir in der vorletzten Reihe hinten saßen, wo die Hebelwirkung einen besonders hochschleudert, jedes mal in die Luft katapultierte, sollte mir nach Singida erst das wahre Grauen blühen.

Mit überteuerten (2000 TSH – Wichser!) Raststätten-Chipsi Kavu im Magen begann der Höhlentrip. Hinter Singida ist die Straße nicht mehr befestigt, beziehungsweise wird gerade neu gebaut, was heißt das der Bus durch ein gefühlte 2 Meter Löcher nach dem anderen rast. Es war das Fegefeuer und es ging drei Stunden und 15 Minuten lang. Es ging durch eine schöne Landschaft dir ich aber leider nicht vor meinen Augen besonders scharf stellen konnte, denn sobald ich einen Fixpunkt hatte versank der Bus auch schon in einem Schlagloch um wie von der Tarantel gestochen wieder daraus hervorzuschießen. Nach einer Weile hatte ich die beste Sitzposition heraus. Ich drückte mich mit ganzer Kraft in meinen Sitz damit ich die derben Bewegungen des Busses mitmachte um nicht immer wieder in die Luft geschleudert zu werden um danach mit Ach und Krach auf meinen harten Sitz hinabzustürzen. Musikhören hatte ich zu diesem Zeitpunkt sowieso schon aufgegeben, da immer wieder bei größeren Bocksprüngen mein MP3-Player ausging. Mist! Besonders mies ist es wenn zwei Schlaglöcher auf einander folgen. Das bewirkt dann, das man bei Loch 1 in die Luft geschleudert wird und im freien Fall zwischen Decke und Sitz Loch 2 das Heck des Busses ein weiteres Mal in die Luft schmeißt so dass es wie ein Schlag auf den Hintern einen mit voller Wucht im vermeintlich „freien“ Fall wieder wegschlägt wie ein Baseballbat den Baseball. Einmal als ich gerade telefoniert hatte und mich noch nicht wieder festhielt schleuderte ein heimtückisches Schlagloch (jetzt verstehe ich auch die Etymologie des Begriffes SCHLAGloch) mich rund 50 Zentimeter hoch so das ich mir an einer Metallkante der Gepäckanlage über mir eine riesen Beule am Schädel zuzog, die laut Niki sogar ein wenig blutete. Gut das ich hinten und der Fahrer vorne saß und ich einen Weg durch den Gang zu ihm wohl sowieso nicht überlebt hätte. Achja da fällt mir ein: Anschnallgurte gibt es außerdem sowieso nicht.

Da war das Moto-Taxi in Kigali schon lustiger


Irgendwann schafften wir es sogar noch auf eine richtige Teerstraße und die Speedbumps hatten auf einmal eine erlösende Zärte im Vergleich zu der zurückliegenden düsteren Etappe meines Lebens. Auch das Mädchen neben mir machte einen erleichterten Eindrück hatte sie sich ja auch die restliche Fahrt über diskret in ihren Kanga (Stoff den Frauen tragen) erbrochen. 

Als wir endlich in Arusha bei Tami und Georg ankamen, wieder Freiwillige meiner Organisation der DTP, kam ich mir vor wie ein Kreuzfahrer mit Kreuzschmerzen der nach jahrelanger Reise Jerusalem erreicht. Naja zumindest fast. Abends ging es dann sogar noch weg. Und nach einem unendlich langen Tag an dem Niki und ich über 24 Stunden wach waren ging es dann im Morgendämmern ins Bett. 

Am Sonntagmorgen während die Gastfamilie Tamis und Georgs in der Kirche war, saßen wir im Wohnzimmer und tranken noch ganz kaputt unseren Morgentee als ein Angestellter der Familie der sich um die Kühe kümmern soll, die Chance ergriff und sich auf der Couchlehne sitzend Pornos auf dem Fernseher ansah. Eine bizarre Situation! Und zum Schreien komisch, als er dann als die Familienmutter ins Zimmer kam so tat als hätte er nicht Ferngesehen und in Sekundenschnelle den Fernseher ausschaltete. 

Den Rest des Tages besichtigten wir Arusha das vom mächtigen Mt. Meru (4.562 m. ü. M.) überschattet wird. Eigentlich wollten wir noch in das Ruanda Tribunal der UN das in Arusha seinen Sitz hat und von dort aus die Nürnberger Prozesses des Ruanda-Genozids leitet, jedoch war es am Sonntag geschlossen. Schade, nach unserem Besuch in Ruanda hätte mich das auf jeden Fall sehr interessiert, besonders weil man live  Verhandlungen mit den „Génocidaires“ (wie man in Ruanda sagt) beisitzen kann. 

Am Montag also ging es dann zurück nach Dar Es Salaam, das wir nach rund 10 Stunden Fahrt relativ fix erreichten und noch dazu in einem Luxusbus mit weichen Sitzen und zurückklappbaren Lehnen so dass man doch auch ein wenig schlafen konnte. 

Der hoechste Berg Afrikas: Der Kilimanjaro

In Dar Es Salaam ging es dann abends zu meiner besonders großen Freude noch ins Kino (Ostafrikas Größte Leinwand!!!) in den Film „Black Swan“, der mir ausgesprochen gut gefiel. Ich war nur äußerst verwirrt als ich den Kinosaal verließ und nicht in meiner kühlen deutschen Heimatstadt auf einer verregneten Straße stand und nach der nächsten Dönerbude Ausschau halten konnte, sondern mitten in der Millionen Metropole in Dar Es Salaam die alles andere als kühl war. Der Kinosaal sah einfach aus wie in Deutschland. Lustiges Gefühl kurz weg gewesen zu sein. 

Fazit:

Alles in allem eine sehr gelungene Reise mit der ich sehr zufrieden bin. Zwar hätte ich gerne noch ein anderes Land der East African Community (EA) gesehen aber man kann nicht alles haben. Besonders kann ich Ruanda empfehlen, das mit seinen sauberen Straßen, die teils sauberer sind als in Deutschland beispielsweise, einen absoluten Kontrast zu Tansania bietet. Auch der „Wohlstand“ Ruandas den man im Vergleich zu Tansania zu erkennen glaubt, ist interessant. Besonders beeindruckt haben mich in Kigali das die baulichen Trennungen zwischen den Fahrspuren der Straße akkurat nagelscherenhaft-getrimmten Rasen aufzuweisen hatten und alle paar Meter sich eine gepflegte Palme erhob. Man vergleiche dies mit Dar Es Salaam! Des Weiteren ist die Landschaft Ruandas umwerfend. Die grünen und fruchtbaren Hänge dieses Landes der Tausend Hügel sind bis an den Gipfel mit Feldern bestückt, die zu beackern an ein Kunststück grenzt. Außerdem war auch das Klima mit seiner Kälte –immerhin ist Ruanda durchschnittlich auf einer Höhe von 1500 Meter gelegen- mal wieder echt angenehm. Und zuletzt sind auch Ruandas gesellschaftlichen Normen interessant bis befremdend. Es ist verpönt auf der Straße und in der Öffentlichkeit zu essen, da man sich damit über die die nichts zu Essen haben, lustig macht. Das Selbe gilt für barfuß laufen und dreckige kaputte Kleider tragen. Dies wird als Affront gegenüber Menschen ohne Kleider und Schuhe aufgefasst. 


War doch alles freshi! Niki und Ich in Ruhengeri in Ruanda

Also jetzt wieder rein ins trübe nebensaisonales Alltagsleben des jetzt auf einmal besonders kleinen Zanzibar =)




Dienstag, 8. Februar 2011

Safari - auf Reise

Oh je. Da hat man sich circa 4 Monate lang nicht gesehen und hat in ganz unterschiedlichen Kulturen die letzten Monate verbracht und will dann knapp einen Monat mit einander Zeit verbringen? Meine Zweifel waren zuerst groß: Will ich überhaupt , dass meine Eltern und meine kleine Schwester mich hier in meinem neuen zu Hause in Zanzibar besuchen kommen?  Nein, zuerst wollte ich es nicht.

Meine Angst , aus der Kultur hier wieder rausgehauen zu werden und nach der Abreise meiner Familie in eine Phase des Heimwehs nach Deutschland (und nach dem Zanzibar davor) zu fallen, hat sich nicht bestätigt. Auch wollte ich ursprünglich dieses Jahr ganz allleine durchziehen und aus Mami's Schoß abhauen, und mir was eigenes aufbauen. So weit ich dass jetzt nach 5 Monaten sagen kann, habe ich das auch geschafft und der Besuch meiner Eltern hat mich nicht daran gehindert.

Rückblick:
Am 22. 12. 2010 ist meine Familie in Dar Es Salaam trotz verschneiter Flughäfen in Deutschland gelandet um sich einem Klimaschock und 40 ° C Temperaturunterschied auszusetzen. Nach dem Übersetzen per Fähre nach Zanzibar , erwartete ich sie auch schon am Hafentor von Zanzibar Stone Town. Ein verrückter Moment! So in einer anderen Kultur zustecken und dann auf einmal seine Familie , das Symbol der Kultur die man wie ein saisonalen Wintermantel vorrübergehend abgelegt hat, mitten in der neuen Kultur Zanzibars stehen zu sehen. Aber natürlich war die Freude groß - auf beiden Seiten!

Es folgten ein paar Tage am Strand im Süden Zanzibars in Bwejuu und eine (korallensand-)weiße Weihnacht. Am 28.12 dann ging es nach Arusha im Norden des tansanischen Festlands zu Füßen des Kilimanjaros. Von dort brachen wir am darauffolgenden Tag auf . Wohin? Auf Safari ! Mit einem Safari-Auto , einem Koch und einem supernetten Guide und Fahrer (Bilal) sowie einer Menge Gepäck und essbaren Köstlichkeiten wie original Philadelphia - Frischkäse (10 000 TSH = ca. 5 € ; Deutsches Exportprodukt , importiert über einen arabischen Zwischenhändler) ging es also los.

Den ersten Tag stand der kleine Game-Park Manyara auf dem Programm mit Übernachtung auf einem Campingplatz im Ort Mto wa Mbu (Kisw.: Fluss der Fliegen) . Am nächsten Tag passierten wir das Tor des Ngorongoro-Crater National Parks , hinterdessen Gate, wild und urwaldartig bewachsene Hänge mit prähistorischem Flair lockten. Wie ein Tor in eine andere Welt und Zeit erschien es mir. Während wir also durch den Wald den James Camerons Creative-Team von Avatar zu erschaffen haben schien fuhren sank je zurückgelegten Meter rote huckelige Sandpiste die Temperatur. Mich begann es zu frieren , Temperaturen unter 25 ° C war ich nicht mehr gewohnt. Auf der Kuppe, dem Kraterrand des Ngorongoro-Vulkankraters angekommen, offenbarte sich ein biblisches Bild , einer von steilen Hängen umgebenen Ebene , die nahezu komplett mit nichts als Gras bewachsen ist und in dessen Kratersee sich die Sonne so spiegelte, das er aussah wie eine riesige beschienene Spiegelscherbe.

Am Grab von den Serengeti-Pionieren Grzmek vorbei ging es den Kraterrand vorbei und auf der anderen Seite wieder herab gen Serengeti. Der Abstieg vom gut 2500 Meter hohen Kraterrand gen Steppe, verlor nun auch das letzte bisschen irdisches. Unser Jeep kämpfte sich auf einer ewigen Sandpiste durch eine Landschaft die in ihrer Weite und Kargheit und ihren ununterbrochenen geschmeidigen Linien wenig einem irdischen Platz ähnelte. Weit und breit kein Baum kein Stein, nur Gras und weiche Übergänge von Berghang zu Ebene zu Berghang. Dazwischen , wie aus einer anderen Zeit weideten riesige Herden von Gnus und Kühen die von den dortansässigen Masaai domestiziert werden. Die einzelnen Rundsiedlungen die sich von der Landschaft absetzten waren neben der Straße die die Landschaft zerschnitt das einzige Zeichen der menschlichen Existenz. Doch das Bild trügt. Die einzelnen Masai -Siedlungen sind teilweise nur in Nähe der Straße gebaut um für Touristen , die dann zu Hause neunmalklug erzählen , dass sie das "wahre"  Afrika gesehen haben , eine weitere Attraktion zu bieten. Der Kontrast , bei dem man nicht weiß ob man lachen oder weinen soll, wird umso krasser wenn mehrere Große Safari-Jeeps vor den kleinen Zäunen der Siedlungen parken und wie Raubtiere die Siedlung umzingeln. Doch die Tore öffnen sich für die mit Ray-Ban-Sonnenbrillen und Canon-DSLR-Kameras ausgestatteten Touristen die sich die Siedlung zu Gemüte führen. [Das Thema des Kulturausverkaufs soll hier nicht weiter erörtert werden, vielleicht in einem weiteren Artikel] Völkerschau stand nicht auf unserem Programm weiter ging es also in die Serengeti.

Nachmittags auf der Dik Dik-Campsite angekommen, ging es noch auf eine kurze Schnupperfahrt durch die unendlich Weite der Serengeti. Es folgten weitere zwei Tage Tiere suchen in der Serengeti. Einer wahnsinnigen Landschaft in der man an Stellen bis zum Horizont blicken kann ohne  einen einzigen baum oder Felsen zu sehen. Unendlich Weite. Die ewigen Jagdgründe wenn man in kitschigen Metaphern sprechen will, dennoch ein passender Begriff da man zu meiner großen Erstaunung kaum 10 Minuten ohne irgend ein Tier wie Gnu, Zebra, Gazelle, Elephant, Hyäne, Dik Dik, Nilpferd, Affe, Giraffe, Löwe, Gepard, Leopard , Geier oder Krokodil (in absteigender Häufigkeit) verbrachte.

Abends wenn die Sonne unterging und man vom uneingezäunten Campingplatz in die Weite der (hier) mit Schirmakazien gespickten Steppe sah konnte man Hyänen und Elephanten zusehen bis sie von der Dunkelheit verschluckt wurden. Wer an Afrika denkt , denkt an ein Klischee, denkt an Hitze, denkt wohl meist an die Serengeti. Er täuscht sich. Erstens ist Afrika so vielfältig das man es kaum mit einem Begriff wie "Afrika" beschreiben kann und desweiteren ist die Serengeti teils arschkalt. Ich habe die meiste Zeit gefroren außer die Sonne hat mal richtig stark geschienen.

Ein weiteres Erlebnis ist noch erwähnenswert, so traf ich nämlich mitten in der Serengeti auf meinem Campingplatz zufällig Loulou , eine Freundin aus Baden-Baden, nach dazu an Sylvester. Nach einem Gespräch mit ihr und ihrer Familie, sahs ich nun alleine vor meinem Zelt mit Blick auf die Serengeti und wartete alleine (alle anderen waren schon im Bett)  das das neue Jahr anbrechen würde. Es kam und mit ihm kam aus dem Gebüsch ein Rascheln und als ich meine Taschenlampe auf das rascheln richtete floh eine in den lichtkegel gerückte Hyäne vor mir davon. Was für ein Sylvester.

Am vorletzten tag unserer Safari schlugen wir unser Lager am Kraterrand des Ngorongoro auf und fuhren am nächsten Tag in steilen Serpentinen dem Kraterboden entgegen. Eine wahnsinnige Landschaft umgeben von einer Mauer aus Gebirge in deren Mitte sich Unmengen von Tieren tummeln. Wovon ich nur die Flamingoschwärme im Kratersee nennen möchte die sich von der Serengeti abhoben. Des Weiteren konnten wir auch eines der seltenen Nashörner sehen, wenn acuh so weit entfernt, das es kaum zählen kann.

Nach einem beeindruckenden Aufstieg aus dem Krater den der Jeep nur mit Allradantrieb vollführen konnte ging es auch schon wieder zurück nach Arusha.

Nachdem ich eine Woche auf dem Zwischenseminar in Bagamoyo gewesen war, zeigte ich meiner Familie also noch Stone Town und meine Gastfamilie, bei der es ein köstliches Abendessen gab, das mich besonders beglückte da der Zusammenprall meiner zwei aktuell existierenden Welten Europa und Zanzibar kein Zusammenprall sondern eine schöne Symbose war und ich froh war beide Familien einanderbekannt gemacht zu haben. Am 12.01.2011 also brach meine Familie wieder auf ins eisige Deutschland und ich war froh nach vier schönen und anstrengenden Wochen endlich wieder in meiner sansibarischen Familie anzukommen und mir eine Privatspähre und Zeit für mich zu gönnen.